Totally Unacceptable


Kein Deal in Sicht, Straße von Hormus bleibt geschlossen


Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat sich vorerst zerschlagen - mit spürbaren Folgen für die Energie- und Finanzmärkte. US-Präsident Donald Trump wies die jüngste Antwort Teherans auf seinen Vermittlungsvorschlag als "TOTALLY UNACCEPTABLE" zurück. Damit bleibt die faktische Blockade der Straße von Hormus bestehen, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und Gasexporte transportiert wird. Die Internationale Energieagentur spricht bereits vom größten Angebotsschock in der Geschichte der Ölmärkte. Die Sorte Brent verteuerte sich auf mehr als 105 USD je Barrel, West Texas Intermediate notierte nur knapp unter der Marke von 100 USD. Der Ölmarkt werde sich frühestens im Jahr 2027 wieder normalisieren, falls der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus von jetzt an länger als nur einige Wochen eingeschränkt bleibe, sagte der Vorstandsvorsitzende des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco, Amin Nasser, am Sonntag. Auch aus unserer Sicht wären die Belastungen für die Weltkonjunktur und die globale Teuerung deutlich gravierender als bereits jetzt schon, sollte sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nicht bis Ende Mai normalisieren. Unser bisheriges Basisszenario wäre in diesem Fall nicht länger zu halten. Eine weitere Absenkung unserer Wachstumsprognosen und eine Anhebung unserer Inflationsprognosen wären die zwingende Folge. Das Risiko eines stagflationären Umfelds nimmt spürbar zu.

US-Verbraucherstimmung auf Rekordtief - Inflation drückt Kaufkraft


Die Stimmung der US-Verbraucher ist auf ein neues Rekordtief gefallen. Der am Freitagnachmittag veröffentlichte vorläufige Index der Universität Michigan sank im Mai auf 48,2 Punkte nach 49,8 im April. Die Haushalte blicken damit so pessimistisch auf ihre aktuelle Lage wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr; die Kaufbedingungen für größere Anschaffungen erreichen ein Fünfmonatstief. Hauptursache ist die anhaltend hohe Teuerung. Für die nächsten zwölf Monate erwarten die Befragten einen Anstieg der Verbraucherpreise um 4,5 %, auf Sicht von fünf bis zehn Jahren um 3,4 % - deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank. Besonders ins Gewicht fallen die Energiepreise: Der durchschnittliche Benzinpreis überschritt zuletzt 4,50 USD je Gallone und liegt damit mehr als 50 % über dem Niveau zu Beginn des Iran-Kriegs. Rund ein Drittel der Konsumenten nannte die Spritkosten spontan als Belastung.

Solide Zahlen vom US-Arbeitsmarkt

Im Kontrast zum schwachen Konsumentenvertrauen steht der weiterhin robuste US-Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im April um 115.000, nach einem noch stärkeren Zuwachs im März - der kräftigste zweimonatige Anstieg seit 2024. Ob diese Stärke ausreicht, um den zunehmenden Druck auf die privaten Konsumausgaben abzufedern, bleibt offen. Etwaige Leitzinssenkungen der US-Notenbank sollten aufgrund der Inflationssorgen und des robusten Arbeitsmarktes zumindest für dieses Jahr nun vom Tisch sein - trotz der anstehenden Neubesetzung des Fed-Vorsitzes.


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