LBBW Morgeninfo: EZB wird Leitzinsen trotz Inflationswende weiter anheben


Erzeugerpreise steigen um 0,5%, Aufwärtsdynamik lässt aber nach


Die am Freitag veröffentlichten Preise auf der Erzeugerstufe für Verbrauchsgüter im Dezember sind zwar nochmals um 0,5% gestiegen. Immerhin, und das ist die gute Nachricht dieser Zahl, die Aufwärtsdynamik lässt derzeit eindeutig nach. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die gewerblichen Erzeugerpreise um 21,6% zu. Noch im November lag der Preisanstieg zum Vorjahresmonat bei 28,2%. Der deutliche Rückgang der Jahresrate zeigt, dass der Preisdruck auf den vorgelagerten Stufen im Moment sinkt. Angesichts der Marktpreise für Öl und Erdgas erwarten wir für die Erzeugerpreise im Januar ein ähnliches Bild. Im März werden Basiseffekte auf die Jahresrate durchschlagen und diese weiter drücken. Gleichwohl kann man das Inflationsproblem nicht einfach aussitzen. Die Mehrzahl der Daten zeigt, dass am Ende der Pipeline die Verbraucher mit steigenden Preisen für alle möglichen Güter konfrontiert bleiben.

EZB: Wir rechnen mit drei weiteren Leitzinserhöhungsschritten


Aktuellen Äußerungen der EZB-Ratsmitgliedern Rehn und Knot zufolge wird die europäische Zentralbank sowohl im Februar als auch im März die Zinsen um jeweils 0,5%-Punkte anheben – trotz nachlassender Inflationsdynamik. Diese Äußerungen passen zu unserer Leitzinsprognose. Auch nach diesen zwei Anhebungen rechnen wir zumindest mit einer weiteren Leitzinsanpassung um 25 Bp. in der EZB-Sitzung im Mai. Dann wird unseren Prognosen zufolge der Einlagesatz seinen Peak bei 3,25% und der Hauptrefinanzierungssatz bei 3,75% erreichen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits im Dezember in Aussicht gestellt, dass die Leitzinsen über mehrere Sitzungen hinweg um jeweils 0,5%-Punkte steigen könnten.

Ausblick auf die Woche: Konjunkturindikatoren im Fokus


Der ökonomische Datenkalender ist diese Woche prall mit Konjunkturindikatoren gefüllt: Am Dienstag wird der GfK-Konsumklimaindex für Deutschland veröffentlicht. Wir rechnen von aktuell tiefem Niveau aus mit einer leichten Verbesserung. Zudem werden die Einkaufsmanagerindizes für einige Euroraumländer veröffentlicht. Auch hier erwarten wir einen leichten Anstieg. Am Mittwoch folgt dann der Ifo-Index, der uns Auskunft über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gibt. Dieser dürfte seine Erholungstendenz der Vormonate fortsetzen, insbesondere bei der Subkomponente der Erwartungen sehen wir einen spürbaren Anstieg. Am Donnerstag folgt mit den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter eine Indikation zur US-Konjunktur. Alles in allem erwarten wir im Reigen der Indikatoren in dieser Woche moderate Verbesserungen. 2023 wird aus unserer Sicht zwar weiterhin ein Jahr des Abschwungs sein, einen Absturz der Konjunktur erwarten wir jedoch sowohl für Europa als auch die USA nicht (bzw. mehr).



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Herausgeber


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