Zinsanhebungssorgen dominieren


Heute ist so ein Tag, an dem einem gleich zum ersten Kaffee eine Welle besorgniserregender Nachrichten entgegenschlägt. Die Weltbank sieht wegen der aggressiven Leitzinsanhebungen die Gefahr einer weltweiten Rezession, ein global operierendes Transportunternehmen reduziert wegen makroökonomischer Schwächetendenzen in Asien und Europa seine Ertragsaussichten, und Deutschland sieht die Notwendigkeit, gleich ein halbes Dutzend Energieunternehmen unter staatliche Kontrolle zu nehmen. Zu diesen Nachrichten passt das Bild an den Finanzmärkten, wo Aktien- und Staatsanleihekurse im Gleichschritt südwärts tendieren. Heute geht es wohl nur noch darum, die Woche halbwegs stabil zu beenden, bevor in der kommenden Woche gleich ein halbes Dutzend bedeutender Zentralbanken ihre Zinsentscheidungen bekanntgeben werden.

Eine Reihe von Konjunkturdatenveröffentlichungen der letzten 24 Stunden hinterließ eigentlich einen halbwegs ermutigenden Gesamteindruck. Sowohl für die USA also auch für China lagen die für den Monat August berichteten Zuwachsraten bei den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion im Rahmen der Erwartungen oder übertrafen diese sogar. Gleichzeitig zeugten hochfrequente Daten zu den wöchentlichen Neuanträgen auf Arbeitslosengeld weiterhin von einem engen Arbeitsmarkt in den USA. Allerdings befinden wir uns gegenwärtig wieder in einer Phase, in welcher „good news“ als „bad news“ interpretiert werden, geht mit ihnen doch die Aussicht auf weitere kräftige Leitzinsanhebungen einher.

Und so ist es vor allem der synchrone globale geldpolitische Straffungsprozess, der die Weltbank in einer Analyse zu den weltweiten Konjunkturaussichten vor der Möglichkeit einer Rezession warnen lässt. Die politischen Entscheidungsträger auf der ganzen Welt reduzierten die monetäre und fiskalische Unterstützung in einem Grad an Synchronität, wie es ihn seit einem halben Jahrhundert nicht gegeben hätte, so die Weltbank in ihrem gestern veröffentlichten Bericht. Zusätzlich stellt sie die Erfolgsaussichten strafferer Geldpolitik bei der Bekämpfung der Inflationsgefahren in Frage.

Derweil erfordert die Energiekrise ein immer stärkeres Eingreifen der öffentlichen Hand. Deutschland steht Berichten zufolge unmittelbar davor, gleich sechs bedeutende Energieunternehmen entweder zu verstaatlichen oder unter Treuhandverwaltung zu stellen. Die Europäischen Union plant derweil, bis zu 140 Milliarden Euro an Zufallsgewinnen günstig produzierender Energieunternehmen abzuschöpfen und umzuverteilen.

In diesem Umfeld suchen die Anleger ihr Heil vorzugsweise in der Defensive. Die Aktienmärkte schlossen gestern mit Verlusten, und die Indikationen für den heutigen Tag sehen zu diesem Zeitpunkt alles andere als vielversprechend aus. Die Staatsanleihemärkte leiden unter den Aussichten auf noch höhere Leitzinsen. Die Geldmärkte preisen für die USA mittlerweile ein maximales Leitzinsniveau von mehr als 4,50% ein, und in der Eurozone geht die Tendenz in Richtung eines Leitzinsgipfels bei 2,75%. Leidtragende im Rentenmarkt sind vor allem die kurzen Laufzeiten. 2-jährige US Treasuries rentieren derzeit mit 3,90%, was einem Anstieg um mehr als drei Prozentpunkte seit Jahresbeginn entspricht. Bei 2-jährigen Bundesanleihen addiert sich da Plus seit Jahresbeginn auf mehr als zwei Prozentpunkte, das aktuelle Renditeniveau liegt bei knapp 1,60%.

Die kommende Woche wird zeigen, ob die Notenbanken, wie bereits in den vergangenen Monaten, im Zweifel weiterhin auf der „hawkishen“ Seite überraschen. Die Zentralbanken in den USA, England, Schweiz, Norwegen, Schweden und Japan werden zwischen Dienstag und Donnerstag ihre zinspolitischen Beschlüsse kommunizieren. Hoffnung auf eine allmähliche Verlangsamung des geldpolitischen Straffungszyklus kommt für die Anleger aus Australien. Die dortige Reserve Bank of Australia (RBA) hatte den Leitzins zuletzt vier Mal in Folge um jeweils 50 Bp angehoben. Nun stellte RBA-Gouverneur Philip Lowe für die Zukunft kleinere Zinsanhebungsschritte in Aussicht…

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