Société Générale – Stabilisierung nach dem Zahlenschock!


Als Frédéric Oudéa vor rund zehn Jahren das Amt des Konzernchefs der französischen Bank Société Générale übernahm, steckte die Finanzbranche inmitten der größten Krise seit Jahrzehnten und die Aktienkurse kannten nur eine Richtung: abwärts. Seither ist viel Wasser die Seine hinabgeflossen. Während zahlreiche internationale Indizes längst neue Rekordstände feiern, hinken die Aktien von Société Générale & Co. dem Gesamtmarkt deutlich hinterher. Nun deutet sich jedoch eine nachhaltige Wende bei der Aktie des französischen Bankhauses an.

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Restrukturierung zeigt Wirkung

So hat die Bank eine langwierige und harte Rosskur hinter sich. Strengere Regulierung und niedrige Zinsen drückten auf die Gewinnmargen. Um Rechtsstreitigkeiten zu beenden, wurden Milliarden Euro an Strafen bezahlt beziehungsweise entsprechende Rückstellungen gebildet. „Unser wichtigstes Ziel ist es, unser Haus effizienter und flexibler zu machen“, erklärte Oudéa bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2012. Um die Bank wieder auf Kurs zu bringen, wurden Filialen geschlossen und Hunderte Mitarbeiter entlassen. Gleichzeitig investierte Oudéa verstärkt in die Automatisierung und Digitalisierung von Geschäftsbereichen.

Oudéas Strategie zeigt erste Ergebnisse. Nach eigenen Angaben gehen 90 Prozent der Kundenkontakte im französischen Retail-Banking inzwischen über digitale Kanäle. Im September 2016 zählte das Finanzinstitut 2,3 Millionen Follower und Fans. Der Umbau scheint längst nicht abgeschlossen. So sollen durch die Digitalisierung und den Effizienzzuwachs in diesem Jahr ein Backoffice und bis 2020 sechs weitere Backoffices geschlossen werden. Parallel zum „Digital for All“-Programm setzt Konzernchef Oudéa auf die eigenen Stärken und deren Ausbau. Dazu zählen das eigene Privatkundengeschäft, das internationale Aktienderivate- und das Osteuropa-Geschäft sowie der Versicherungsbereich.

Mit der Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten im vergangenen Sommer verknüpfen viele Experten die Hoffnung, dass in Frankreich die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen wird und damit auch den Bankensektor stützt. Frühindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex geben bereits vielversprechende Signale. Nun muss jedoch eine Reihe von Reformen – insbesondere die Arbeitsmarktreform – folgen.

Schwache Zwischenbilanz trübt

Diesen Rückenwind könnte Oudéa gut gebrauchen. Bei der Vorlage der Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres bekam die Aktie einen empfindlichen Dämpfer. Zwar konnte die Société Générale im Privatkunden- und Versicherungsgeschäft deutlich zulegen, dennoch ging der operative Ertrag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Dafür waren vor allem der Rückgang im Aktienhandel aufgrund der geringen Volatilität sowie die anhaltend niedrigen Zinsen verantwortlich. Zudem mussten weitere 300 Millionen Euro für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt werden. Auf Jahressicht hält das Management jedoch an den Prognosen fest.

Zinswende könnte beflügeln

Zu den größten Belastungsfaktoren im Bankensektor zählen die niedrigen Zinsen. Ein Ende der Niedrigzinspolitik ist nach Angaben von EZB-Chef Mario Draghi noch nicht in Sicht. Die Finanzmärkte stellen sich dennoch auf eine mittelfristige Zinswende ein. So stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen seit dem Tief im vergangenen Sommer bei 0,08 Prozent zeitweise auf knapp 1,2 Prozent und pendelt sich nun bei rund 0,4 Prozent ein. Die Experten von UniCredit rechnen jedoch mittelfristig mit einem deutlichen Anstieg der Rendite für langfristige Staatspapiere. Tritt dies ein, dürfte die Rendite der französischen Pendants ebenfalls anziehen und das Zinsergebnis der Société Générale stützen. Mit einem KGV von 9,7 und einer Dividendenrendite von 5,1 Prozent (Quelle: Thomson Reuters) erscheint die Aktie von Société Générale im Vergleich zur Konkurrenz moderat bewertet.

Frei von Risiken ist die Aktie schließlich nicht. Trotz positiver Tendenzen im Finanzsektor bleiben vor allem juristische Risiken. Zudem könnte ein deutlicher Rückgang der Anleiherendite oder des Aktienmarkts die Aktie ebenfalls unter Druck setzen.

Chartausblick: Société Générale

  • Widerstände: 44,70/46,00/50 Euro
  • Unterstützung: 40,00/41,40/43,00 Euro

Die Aktie von Société Générale bewegt sich seit Anfang März diesen Jahres in einer Bandbreite zwischen EUR 43,40 und EUR 52,20. Aktuell notiert das Papier am unteren Ende des Korridors. Solange die untere Begrenzung hält, besteht die Chance auf eine technische Gegenbewegung bis EUR 46. Kippt die Aktie hingegen unter die mittelfristige Begrenzung droht eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis EUR 40,00/41,40.

Société Générale in EUR im Tageschart: 1 Kerze = 1 Tag (log. Kerzenchartdarstellung)

Betrachtungszeitraum: 20.10.2016 – 13.11.2017. Historische Betrachtungen stellen keine verläßlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: Guidants

Société Générale in EUR im Wochenchart: 1 Kerze = 1 Woche (log. Kerzenchartdarstellung)

Betrachtungszeitraum: 14.11.2012 – 13.11.2017. Historische Betrachtungen stellen keine verläßlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: Guidants

Investmentmöglichkeiten

Bonus Cap-Zertifikat auf Société Générale für eine moderate Kursentwicklung

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Basispreis in EUR Cap in EUR finaler Bewertungstag
Société Générale HW7ZSF 69,33 35,00 75,00 15.03.2018
Société Générale HW7ZSC 54,22 40,00 100,00 21.09.2018
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 13.11.2017; 11:08 Uhr

Call-Optionsschein auf Société Générale für eine Spekulation auf einen Anstieg der Aktie.

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Basispreis in EUR Hebel finaler Bewertungstag
Société Générale HW8JLR 0,39 41,00 10,43 14.03.2018
Société Générale HW3SCM 0,19 47,00 20,86 13.06.2018
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 13.11.2017; 11:10 Uhr

Put-Optionsschein auf Société Générale für eine Spekulation auf einen Kursverlust der Aktie.

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Basispreisin EUR Cap in EUR finaler Bewertungstag
Société Générale HW2732 0,41 46,00 10,59 14.03.2017
Société Générale HW4HM5 0,28 39,50 16,08 13.06.2018
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 13.11.2017; 11:10 Uhr

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Der Beitrag Société Générale – Stabilisierung nach dem Zahlenschock! erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

Autor: Richard Pfadenhauer

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