VW zurück auf Vorkrisenniveau!


„Wir leiten mit der Together-Strategie 2025 den größten Veränderungsprozess in der Geschichte von Volkswagen ein“, erklärte VW-Vorstandschef Matthias Müller im Sommer des vergangenen Jahres. Der Strategiewechsel erscheint auch dringend nötig. Schließlich hat der Abgasskandal dem Autobauer deutliche Dellen verpasst. Konzernlenker Matthias Müller will das Lenkrad nun herumreißen. Mit dem bereits eingeleiteten Kostensenkungsprogramm soll die Pkw-Fertigung bis 2020 im Vergleich zu 2015 jährlich eine Milliarde Euro einsparen.

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Bei den Zulieferern sollen rund drei Milliarden Euro eingespart werden. Zum anderen ist geplant, den von Volkswagen entwickelten Modularen Querbaukasten (MQB) weiter auszubauen. Der Plan sieht vor, dass mittelfristig insgesamt mehr als 40 Modelle der Kernmarke VW sowie der Konzerntöchter Audi, Seat und Skoda über dieses Plattformkonzept produziert werden. Durch die Standardisierung von Bauteilen, Maßen und Abläufen sollen die Kosten sowie die Fertigungszeit deutlich gesenkt werden. Bisher funktioniert der Quer-baukasten nur für ausgewählte Benzin- und Dieselmodelle. Er soll jedoch künftig auch die Möglichkeit bieten, alternative Antriebe wie Erdgas, Hybrid oder Antriebs-komponenten für Elektrofahrzeuge in identischer Lage einbauen zu können.

Neuer Kurs

Im zurückliegenden Jahr rollten bei VW und seinen Töchtern – trotz Abgasskandal – erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge vom Band. Damit zog VW an Toyota vorbei und erreichte Platz eins der weltgrößten Autobauer. Trotz des Spitzenplatzes und der breiten Angebotspalette gibt es bei den Wolfsburgern aber noch eklatante Schwächen.

Zum einen haben sie den SUV-Trend in den USA unterschätzt. Erst Mitte 2017 startete VW mit dem siebensitzigen SUV Atlas die Aufholjagd. Die jüngsten Daten zum US-Absatz zeigen, dass die Amerikaner auf den Atlas abfahren. Weitere Modelle werden folgen. Die zweite Modelloffensive startet VW im Billigsegment. Einem Bericht im Handelsblatt (18. Oktober 2017) zufolge plant das Management dabei zwei Modellgruppen. Zum einen soll gemeinsam mit dem lokalen Partner FAW bis 2020 in China ein SUV für umgerechnet rund 8.000 bis 10.000 Euro entwickelt werden. Zudem arbeitet die Konzerntochter Skoda bereits an einem rund 5.000 Euro teuren Fahrzeug für Indien. Internen Schätzungen zufolge könnte Skoda rund 400.000 bis 500.000 Billigautos produzieren und die in China produzierten Geländefahrzeuge könnten möglicherweise auch in Südamerika und Russland verkauft werden.

VW wird digital und elektrisch

VW liefert sich jedoch längst nicht nur mit der bekannten Konkurrenz ein hartes Rennen. Mit Apple, Google und vor allem Tesla gibt es längst neue Herausforderer rund um neue Antriebstechniken und autonomes Fahren. Wie beim SUV für die USA hat die Reaktion seitens VW etwas gedauert. Nun gibt VW jedoch kräftig Gas. Bis 2025 sollen 80 neue Modelle mit E-Motor und 30 Plug-in-Hybride vom Band rollen. Rund 20 Mrd. Euro sollen in diesem Bereich investiert werden. „Wir haben verstanden und wir werden liefern“, versprach Müller beim Konzernabend anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Einen weiteren strategischen Schwerpunkt sollen in Zukunft auch Mobilitätslösungen wie die Vermittlung von Fahrdiensten, Car-Sharing-Konzepte und eigene Shuttle-Angebote bilden. Diese Mobilitätsaktivitäten wurden bereits in einer eigenen Konzernmarke gebündelt. Die Ziele sind längst definiert. So strebt VW bis 2025 die Marktführerschaft im Bereich Elektromobilität an.

Aktie gibt Gas

Ende Oktober meldete der Wolfsburger Autobauer Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsquartal. Dabei wies der Konzern sowohl beim Umsatz als auch beim Absatz ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Dank guter Verkäufe von margenträchtigen Modellen wurde zudem die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Anleger quittierten die jüngsten Entwicklungen mit einem deutlichen Anstieg des Aktienkurses. Inzwischen hat der Anteilschein das Niveau vor Bekanntwerden des Abgasskandals erreicht. Nach Angaben von Thomson Reuters ist ein Großteil der Analysten dennoch weiter optimistisch und stuft das Papier mittelfristig als haltens- oder gar kaufenswert ein.

Nicht ohne Rückschlagrisiko

Frei von Risiken ist die Aktie dennoch nicht. Der Abgasskandal ist längst noch nicht abgeschlossen. Damit besteht das Risiko weiterer Strafzahlungen. Das Wende-manöver in Richtung E-Mobilität und autonomes Fahren fordert hohe Ausgaben in die Forschung. Ein Teil der Entwicklungs-arbeit kann möglicherweise an Zulieferer ausgelagert werden. Trotzdem werden noch Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro nötig sein, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Eine gewisse Gefahr birgt zudem die starke Abhängigkeit von Asien, allen voran China. In dieser Region wurden 2016 knapp
42 Prozent der von VW und seinen Töchtern hergestellten Fahrzeuge abgesetzt. Damit profitiert VW zwar stark vom Wachstum vor Ort. Ab 2019 führt China jedoch eine E-Auto-Quote ein. Dann müssen mindestens zehn Prozent der verkauften Fahrzeuge einen Elektroantrieb haben. Rückschläge im Aktienkurs sind somit nicht auszuschließen.

Chartausblick: VW (Vz.)

  • Widerstandsmarke: 163 Euro
  • Unterstützungslinie: 150/155,80 Euro

Die Aktie von VW (Vz.) hat das Niveau vor Ausbruch des Abgasskandals erreicht. Steigt das Papier über dieses Niveau eröffnet sich aus technischer Sicht weiteres Aufwärtspotenzial bis EUR 200. Unterstützung findet die Aktie im Bereich von EUR 155. Die Bären dürften frühestens unterhalb dieses Niveaus das Lenkrad übernehmen.

VW (Vz.) in Euro im Tageschart: 1 Kerze = 1 Tag (log. Kerzenchartdarstellung)

Betrachtungszeitraum: 20.01.2017 – 07.11.2017. Historische Betrachtungen stellen keine verläßlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

VW (Vz.) in Euro im Wochenchart: 1 Kerze = 1 Woche (log. Kerzenchartdarstellung)

Betrachtungszeitraum: 08.11.2012 – 07.11.2017. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

Mögliche Investmentprodukte

Bonus-Cap-Zertifikat auf VW (Vz.) für eine Spekulation auf eine moderate Entwicklung der Aktie.

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Cap in EUR Barriere in EUR finaler Bewertungstag
VW (Vz.) HW86MG 284,46 300,00 100,00 21.09.2018
VW (Vz.) HW86MH 376,15 400,00 100,00 21.09.2018
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 7.11.2017; 10:17 Uhr

Mögliche Hebelprodukte

Call-Optionsschein auf VW (Vz.) für eine Spekulation auf einen Kursanstieg der Aktie.

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Basispreis in EUR Hebel finaler Bewertungstag
VW (Vz.) HW2910 1,71 151,00 9,55 14.03.2018
VW (Vz.) HU8GRV 0,93 170,00 17,22 13.06.2018
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 7.11.2017; 10:59 Uhr

Put-Optionsschein auf VW (Vz.) für eine Spekulation auf einen Kursrückgang der Aktie.

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Basispreis in CHF Hebel finaler Bewertungstag
VW (Vz.) HW84LL 0,76 158,00 21,49 14.03.2018
VW (Vz.) HW3XB1 0,94 152,00 17,17 13.06.2018
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 7.11.2017; 11:02 Uhr

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Für Produktinformationen sind allein maßgeblich der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen. Alle Produktunterlagen und Informationen unter: www.onemarkets.de.

Funktionsweisen der HVB Produkte.

Der Beitrag VW zurück auf Vorkrisenniveau! erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

Autor: Richard Pfadenhauer

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