Außerordentlich bedeutsamer US PCE-Report


Kaufen sie oder kaufen sie nicht. Und wenn sie kaufen, was kaufen sie? Die amerikanischen Konsumenten stehen aktuell im Mittelpunkt des Börsengeschehens. Zahlen auf Makro- und Mikro-Ebene geben unterschiedliche Hinweise darauf, wie die US-Verbraucher auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten reagieren. Entsprechend reagiert der Markt mal erfreut und mal enttäuscht auf solche Meldungen. Gestern legten die Aktienmärkte kräftig zu, heute sieht das Bild schon wieder anders aus. Passenderweise erhalten wir am Nachmittag mit den PCE-Zahlen für April neue Hinweise zum Konsum und zur Preisentwicklung. Dieser Report wird auch von Bedeutung für den Renten- und den Devisenmarkt sein.

In der vergangenen Woche wurden die Zahlen zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in den USA veröffentlicht. Im März und April verzeichneten diese unerwartet starke Zuwächse, und die Anleger waren hocherfreut. Mitten hinein in diese Begeisterung veröffentlichten einige große Einzelhandelsketten ihre Quartalszahlen, in denen sie von stark gestiegenem Margendruck sprachen. Ziemlich unvermittelt hätten die Verbraucher ihr Kaufverhalten geändert. Zwar würden sie weiterhin viel Geld ausgeben, aber weniger für den ad-hoc Erwerb von (margenstarken) Gebrauchsgütern, sondern eher für Notwendigkeiten. Einige Aktienkurse verbuchten daraufhin ihre stärksten Kursverluste seit 35 Jahren. Rezessionssorgen machten sich breit. In dieser Woche nun legten weitere Einzelhandelsunternehmen ihre Zahlen vor. An den Aktienkursen lässt sich ablesen, wie die Anleger darauf reagierten: einige Titel knickten um zwanzig Prozent und mehr ein, andere wiederum konnten in ähnlichem Ausmaß zulegen. Insgesamt waren es gestern denn auch jene Aktien aus dem Einzelhandelsbereich, welche dem Gesamtmarkt (S&P 500) zu einem veritablen Plus von 2% verhalfen.

Unter dem Strich aber bleiben Zweifel: Ist der amerikanische Verbraucher nun eine Stütze für die Konjunktur, oder eine Belastung? Wird er die Kassen der Unternehmen sprudeln lassen oder mit einem veränderten Konsummix die Gewinne drücken? Vielleicht können wir heute neue Erkenntnisse erlangen, wenn in den USA der April-Bericht zu den „Persönlichen Einnahmen und Ausgaben“ veröffentlicht wird, der sogenannte PCE-Report. Die Ökonomen erwarten einen Zuwachs bei den Ausgaben um 0,8% ggü. Vm, wobei diese Zahl in nominaler Rechnung und damit nicht um den Effekt steigender Preise bereinigt ist. In realer Betrachtung wird aber auch noch ein robustes Plus von 0,7% ggü. Vm. erwartet, da für die PCE-Kalkulatorik lediglich ein Preisanstieg von 0,2% ggü. Vm. gesehen wird.

Die Teilnehmer an den Rentenmärkten wiederum werden vor allem auf die Kernrate der PCE-Preisentwicklung schauen, in welcher die Energiepreise ausgeklammert werden. Hier dürfte der Anstieg im Monatsvergleich mit 0,3% zwar etwas stärker ausfallen als in der Gesamtrate, dafür sollte die Jahresrate von 5,2% im März auf 4,9% zurückgehen. Diese Zeitreihe ist das von der Fed bevorzugt betrachtete Inflationsmaß. Schon ein den Erwartungen entsprechender Rückgang des Preisauftriebs dürfte die neusten Marktspekulationen beflügeln, wonach die Fed bereits im Herbst ihren Zinsanhebungszyklus für eine Pause unterbrechen könnte. Diese Vermutungen fußen zum einen auf Äußerungen des Vorsitzenden der Atlanta Fed, Raphael Bostic, vom vergangenen Montag. Zum anderen meinten Anleger, auch den FOMC Minutes, die am Mittwoch veröffentlicht worden waren, entsprechende Hinweise entnehmen zu können. Die Angst vor den anstehenden 50-Bp-Zinsanhebungen der Fed ist jedenfalls gewichen und hat Raum für Hoffnung auf einen insgesamt weniger umfangreichen Zinsanhebungszyklus geschaffen. Die 10-jährigen amerikanischen Treasury-Renditen handeln jetzt seit Dienstagnachmittag um die 2,75% und damit auf einem Sechs-Wochen-Tief. Sollten die heutigen PCE-Zahlen das gegenwärtige Meinungsbild bezüglich des Leitzinsausblicks untermauern, wäre durchaus ein Abgleiten der Renditen auf weniger als 2,70% denkbar.

Der Dollar leidet derweil unter Rezession-Diskussionen und gedämpfteren Zinsanhebungserwartungen. Gleichzeitig erntete EZB-Präsidentin Christin Lagarde für ihren Vorschlag, die Zinsen im Juli und September anzuheben, innerhalb des Geldpolitischen Rates viel Zuspruch. EUR-USD handelt mittlerweile bei Kursen um 1,0750 und könnte, entsprechende PCE-Zahlen vorausgesetzt, seinen Aufwärtstrend durchaus noch fortsetzen. Wir sehen, dieser PCE-Report ist heute sowohl für die Aktien- wie auch für die Renten- und auch die Devisenmärkte von enormer Bedeutung…

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