Lagarde sieht Ende der Negativzinsen


Die Europäische Zentralbank veröffentlichte gestern einen Blogbeitrag ihrer Präsidentin, in dem sie vor allem mit der Klarheit ihrer Aussagen überraschte. Sowohl im Juli als auch im September sei demnach mit einer Leitzinsanhebung durch die Notenbank zu rechnen. An den Märkten gilt ein solcher Zinspfad schon seit einiger Zeit als konsensfähig, dennoch zeigten die Rentenmärkte eine sichtbare Kursreaktion. Zum Teil dürfte dies auch an dem verbesserten Ifo Geschäftsklima gelegen haben. Hier stellt sich die Frage, ob der positive Eindruck, den der Ifo hinterlassen hat, heute durch die Einkaufsmanagerumfragen (PMIs) bestätigt werden kann. An den Märkten erhält derweil nach einem sonnigen Tag die Tristesse wieder Einzug, die Verluste in an den Aktienmärkten weitern sich in frühem Handel in Europa auf rund 1%, in den USA sogar teilweise auf mehr als 2% aus.

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen ranghohe Vertreter der Europäischen Zentralbank auf der Webseite der Notenbank einen Blogeintrag. Gestern Vormittag tat dies Notenbankchefin Christine Lagarde, und sie hatte eine klare Botschaft: Bis zum Ende des dritten Quartals wird die EZB aller Voraussicht nach die Zeit der Negativzinsen hinter sich gelassen haben. Auf der Ratssitzung im Juni werden die nächsten Schritte besiegelt. Der Nettoerwerb von Wertpapieren dürfte demnach Anfang / Mitte Juli beendet werden, gefolgt von einer ersten Zinsanhebung auf der Ratssitzung am 21. Juli und einem zweiten Schritt Anfang September. Lagardes Formulierungen deuteten darauf hin, dass es sich bei diesen Zinsanhebungen um Schritte im Ausmaß von jeweils 25 Basispunkten handeln dürfte.

Uns hat die Offenheit und Klarheit von Lagardes Aussagen überrascht, und wir hätten auch nicht damit gerechnet, dass die Notenbankchefin sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt für einen doch relativ langen Zeitraum gewissermaßen geldpolitisch verpflichtet. Die Zinsanhebungen im Juli und September sind nun so deutlich kommuniziert, wie es einer Notenbank unter Berücksichtigung aller Unsicherheiten überhaupt nur möglich ist. Ein Abweichen von diesem Plan würde ein sehr deutliches Abweichen der tatsächlichen Entwicklungen von den gegenwärtigen Erwartungen der Notenbank erfordern.

Und kaum war der geldpolitische Weg der Europäischen Zentralbank präzisiert, wurde jener der amerikanischen Notenbank etwas verschleiert. Der Chef der Fed Atlanta, Raphael Bostic meinte, bei einer zügigen Abschwächung des Inflationsdrucks könnte die Fed auf ihrer Sitzung im September möglicherweise sogar eine Zinsanhebungspause einlegen. Bostic wollte sich da freilich nicht festlegen und erwähnte auch die Möglichkeit einer Zinsanhebung um 25 oder 50 Basispunkte; aber alleine die Betonung einer möglichen Pause im Zinsanhebungszyklus war ein neues Element in der bisherigen Notenbank-Kommunikation.

Grundsätzlich sind die geldpolitischen Pfade der Fed und der EZB nun klar abgesteckt: Die Fed hebt im Juni und Juli um jeweils 50 Bp an, die EZB im Juli und September um jeweils 25 Bp. Dies entspricht auch dem, was in den Geldmärkten an Erwartungen eingepreist ist. Es wäre demnach verlockend zu behaupten, dass die großen Kursausschläge an den Rentenmärkten nun erst einmal der Vergangenheit angehören sollten. Doch dies wäre ein Trugschluss. Insbesondere eine weitere Eintrübung der Konjunkturaussichten kann sehr schnell auch zu einer Neueinschätzung der Leitzinsaussichten führen.

Für Deutschland gab es volkswirtschaftlich gesehen gestern gute Nachrichten: Der Ifo Geschäftsklimaindex stieg den zweiten Monat in Folge an, damit war allgemein nicht gerechnet worden. Auch für die heutigen PMI-Umfragen wurden eigentlich eher schwächere Werte erwartet, was die Tür für eine weitere positive Datenüberraschung weit aufgestoßen hat…

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