VW – Morgen kommen Zahlen!


„Wir leiten mit der Together-Strategie 2025 den größten Veränderungsprozess in der Geschichte von Volkswagen ein“, erklärte VW-Vorstandschef Matthias Müller im Sommer 2016. Der Strategiewechsel erschien dringend nötig. Schließlich hat der Abgasskandal dem Autobauer deutliche Dellen verpasst.

Morgen wird der Wolfsburger Autobauer einen detailierten Einblick in das Zahlenwerk für 2017 gewähren. Bekannt ist bereits, dass VW im vergangenen Jahr einen Rekordabsatz eingefahren hat. So wurden 2017 weltweit 10,74 Millionen Fahrzeuge an Kunden übergeben.

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Vorläufigen Zahlen zufolge legte das operative Ergebnis um rund 95 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro zu. Unterstützt wurden die guten Zahlen von den gestiegenen Auslieferungen und dem Kostensenk-ungsprogramm. Müllers Plan scheint aufzugehen und die Mitarbeiter sollen an dem Erfolg partizipieren. Jeder Mitarbeiter erhält eine Prämie von 4.100 Euro.

Konzernlenker Matthias Müller ist längst nicht am Ziel. Mit dem bereits einge-leiteten Kostensenkungsprogramm soll die Pkw-Fertigung bis 2020 im Vergleich zu 2015 jährlich eine Milliarde Euro einsparen. Bei den Zulieferern sollen dabei rund drei Milliarden Euro eingespart werden. Zum anderen ist geplant, den von Volkswagen entwickelten Modularen Querbaukasten (MQB) weiter auszubauen. Der Plan sieht vor, dass mittelfristig insgesamt mehr als 40 Modelle der Kernmarke VW sowie der Konzerntöchter Audi, Seat und Skoda über dieses Plattformkonzept produziert werden. Durch die Standardisierung von Bauteilen, Maßen und Abläufen sollen die Kosten sowie die Fertigungszeit deutlich gesenkt werden. Bisher funktioniert der Querbaukasten nur für ausgewählte Benzin- und Dieselmodelle. Er soll jedoch künftig auch die Möglichkeit bieten, alternative Antriebe wie Erdgas, Hybrid oder Antriebs-komponenten für Elektrofahrzeuge in identischer Lage einbauen zu können.

Neuer Kurs

Zwar blieb VW 2017 trotz des Dieselskandals der weltweit größte Autobauer – vor Toyota. Trotz des Spitzenplatzes und  der breiten Angebotspalette gibt es bei den Wolfsburgern aber noch eklatante Schwächen. Zum einen haben sie den SUV-Trend in den USA unterschätzt. Erst Mitte 2017 startete VW mit dem siebensitzigen SUV Atlas die Aufholjagd. Weitere Modelle werden folgen. In China fährt seit 2017 die Atlas-Schwester Teramont. „Mit den SUVs verdienen wir das Geld, das wir für die Wende hin zur Elektromobilität brauchen“, sagte Markenvorstand Herbert Diess kürzlich der FAZ. Bis 2020 sollen daher global ein gutes Dutzend SUVs auf der Straße fahren.

Die zweite Modelloffensive startet VW im Billigsegment. Einem Bericht im Handelsblatt (18. Oktober 2017) zufolge plant das Management dabei zwei Modellgruppen. Zum einen soll gemeinsam mit dem lokalen Partner FAW bis 2020 in China ein SUV für umgerechnet rund 8.000 bis 10.000 Euro entwickelt werden. Zudem arbeitet die Konzerntochter Skoda bereits an einem rund 5.000 Euro teuren Fahrzeug für Indien. Internen Schätzungen zufolge könnte Skoda rund 400.000 bis 500.000 Billigautos produzieren und die in China produzierten Geländefahrzeuge könnten möglicherweise auch in Südamerika und Russland verkauft werden.

VW wird digital und elektrisch

VW liefert sich jedoch längst nicht nur mit der bekannten Konkurrenz ein hartes Rennen. Mit Apple, Google und vor allem Tesla gibt es längst neue Herausforderer rund um neue Antriebstechniken und autonomes Fahren. Wie beim SUV für die USA hat die Reaktion seitens VW etwas gedauert. Nun gibt VW jedoch kräftig Gas. Bis 2025 sollen 80 neue Modelle mit E-Motor und 30 Plug-in-Hybride vom Band rollen. Rund 20 Mrd. Euro sollen in diesem Bereich investiert werden. „Wir haben verstanden und wir werden liefern“, versprach Müller beim Konzernabend anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt im vergangenen September. Einen weiteren strategischen Schwerpunkt sollen in Zukunft auch Mobilitätslösungen wie die Vermittlung von Fahrdiensten, Car-Sharing-Konzepte und eigene Shuttle-Angebote bilden. Diese Mobilitätsaktivitäten wurden bereits in einer eigenen Konzernmarke gebündelt. Die Ziele sind längst definiert. So strebt VW bis 2025 die Marktführerschaft im Bereich Elektromobilität an.

Angemessen bewertet

Die Aktie hat zum Jahreswechsel wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,8 und einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent (Quelle: Thomson Reuters) erscheint die Aktie nach Ansicht der meisten Analysten ange-messen bewertet. Mittelfristig erscheint sie den Experten zufolge weiter haltens- beziehungsweise kaufenswert.

Als Katalysator könnte sich dabei der Umbau des Konzerns erweisen. Zwar liegt der Verkauf der Motorradsparte Ducatti derzeit auf Eis. Vom Tisch ist es jedoch nicht. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Lkw-Sparte mit MAN und Scanie abgespalten und möglicherweise an die Börse gebracht werden soll.

Nicht ohne Rückschlagrisiko

Frei von Risiken ist die Aktie dennoch nicht. Der fortwährende Dieselskandal mit dem Risiko von Fahrverboten in deutschen Ballungsgebieten sowie die Drohung von US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf deutsche Fahrzeuge einzuführen, drückten zuletzt auf die Aktie. Bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen zeigte sich Müller zudem vorsichtig.

Das Wendemanöver in Richtung E-Mobilität und autonomes Fahren fordert zudem hohe Ausgaben in die Forschung. Ein Teil der Entwicklungsarbeit kann möglicherweise an Zulieferer ausgelagert werden. Trotzdem werden noch Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro nötig sein, um das gesteckte Ziel zu erreichen.

Eine gewisse Gefahr birgt zudem die starke Abhängigkeit von Asien, allen voran China. In dieser Region wurden 2016 knapp 42 Prozent der von VW und seinen Töchtern hergestellten Fahrzeuge abgesetzt. Damit profitiert VW zwar stark vom Wachstum vor Ort. Ab 2019 führt China jedoch eine E-Auto-Quote ein. Dann müssen mindestens zehn Prozent der verkauften Fahrzeuge einen Elektroantrieb haben. Rückschläge im Aktienkurs sind somit nicht auszuschließen.

Charttechnischer Ausblick: VW (Vz.)

Widerstandsmarken: 164,90/170 EUR

Unterstützungsmarken: 149,80/157,35 EUR

Die Aktie von VW (Vz.) hat in den zurückliegenden acht Wochen konsolidiert. Knapp oberhalb der 61,8%-Retracementlinie bei EUR 149,80 hat die Aktie jedoch wieder gedreht und inzwischen die 50%-Retracementlinie überwunden. Gelingt es den kurzfristigen Abwärtstrend bei EUR 160 zu knacken besteht die Chance auf eine Erholung bis EUR 164,90/170.

VW (Vz.) in EUR; Tageschart (1 Kerze = 1 Tag)

Betrachtungszeitraum: 04.09.2018 – 12.03.2018. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

VW (Vz.) in EUR; Wochenchart (1 Kerze = 1 Woche)

Betrachtungszeitraum: 13.03.2013 – 12.03.2018. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: onemarkets.tradingdesk.de

Investmentmöglichkeiten

Bonus-Cap-Zertifikat auf die Aktie von VW (Vz.) für Spekulationen, dass sich die Aktie seitwärts oder moderat aufwärts bewegt

Basiswert WKN Verkaufspreis in Euro Barriere in EUR Cap (obere Kursgrenze) in EUR
finaler Bewertungstag
VW (Vz.) HW941T 388,06 140,00 700,00 21.09.2019
VW (Vz.) HW86MJ 264,04 120,00 300,00 21.09.2018

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 12.03.2018; 11:20 Uhr

Tradingmöglichkeiten

Optionsschein auf die Aktie von VW (Vz.) für Spekulationen, dass sich die Aktie aufwärts (Call) beziehungsweise abwärts (Put) entwickelt

Basiswert WKN Verkaufspreis in Euro Basispreis in EUR
Hebel finaler Bewertungstag
VW (Vz.) (Call) HW8GRR 0,82 166,00 19,6 19.09.2018
VW (Vz.) (Put) HW85DK 1,41 158,00 11,1 19.09.2018

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 12,03.2018; 11:25 Uhr

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Autor: Richard Pfadenhauer

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