Jahreshöchstwerte bei Anleihe-Renditen


Preisanstieg von 2,9 % in Deutschland


Zum Wochenauftakt veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Inflationsrate für den August in Deutschland: Die Konsumentenpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,9 % nach 2,8 % im Juli. Damit erhöhte sich die Inflation nach nationaler Statistik den zweiten Monat in Folge, wenn auch etwas geringer als vom Analystenkonsens erwartet (3,0 %). Haupttreiber waren weiterhin Energiepreise, die um 10,5 % zulegten. Vor allem Kraftstoffe wurden teurer, weil die Lage in Nahost angespannt bleibt und die Raffineriekapazitäten durch weitere Störfaktoren eingeschränkt sind. Die schlechte Nachricht ist, dass eine schnelle Entspannung nicht in Sicht ist, so dass die Inflation im Herbst wieder über 3 % klettern könnte. Die gute Nachricht ist: Die Inflations-Kernrate ohne Energie und Lebensmittel blieb unverändert bei 2,4 %. Der Preisdruck im Dienstleistungssektor hat sich sogar etwas entspannt. Die gemäßigte Entwicklung der Kerninflation dürfte die EZB aber nicht davon abhalten, ihre Leitzinsen am 10. September wie von uns erwartet zum zweiten Mal in diesem Jahr zu erhöhen: Laut LBBW-Prognose steigt der Einlagesatz dann von 2,25 % auf 2,50 %. Ob darüber hinaus weitere Zinsschritte nötig sind, dürfte vor allem davon abhängen, ob sich die hohen Preise im Energiesektor noch stärker auf andere Sektoren auswirken.

Anleihe-Renditen am Jahreshoch


Durch den Inflationsdruck und steigende Staatsschulden sind die Renditen für Staatsanleihen auf neue Jahreshöchststände gestiegen, unter anderem die Treasury-Renditen in den USA und die Bund-Renditen in Deutschland. In diesem Zuge kletterten auch die Renditen für weitere Anleihen-Klassen auf neue Jahreshochs: Bei EUR-Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Ratings stieg die Index-Rendite (bis zur Fälligkeit) auf 4,0 %. Auch im Index für EUR Corporate Bonds mit High-Yield-Ratings erhöhte sich die Rendite - hier blieb sie mit 6,0 % aber deutlich unterhalb ihres Jahreshöchstwerts von 6,4 %, auf den sie zu Beginn des Iran-Kriegs gesprungen war.

Heute Inflation und Industrie im Fokus

Nach den Inflationsdaten für Deutschland folgt heute eine Schnellschätzung von Eurostat für die Inflation im Euroraum. Bei der Jahresrate rechnen wir hier mit einem Anstieg von 2,9 % im Juli auf 3,1 % im August. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel dürfte wie in Deutschland auf dem Vormonatsniveau verharren (2,5 %). Zudem gibt es heute August-Daten für Einkaufsmanagerindizes (PMI) der Industrie: In China stieg der staatlich erhobene PMI für das verarbeitende Gewerbe auf 49,8 nach 49,2 im Juli, verblieb aber unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Dagegen lagen die vorläufigen Werte für den Euroraum über dieser Schwelle und dürften am Vormittag final bestätigt werden: 52,8 Punkte im Euroraum und 54,1 für Deutschland. Am Nachmittag folgen dann noch Einkaufsmanager-Daten für die USA: Der ISM Manufacturing Index (vom Institute for Supply Management) wird nach seinem Vierjahres-Hoch von 55,6 Punkten im Vormonat weiterhin auf einem hohen Niveau über der Marke von 55 erwartet.


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