Milliardengeschäfte statt Gerechtigkeit


Kein Durchbruch bei Gesprächen


Gestern sprachen der US-Gesandte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bezüglich eines möglichen Friedens im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Dabei scheint jedoch kein Durchbruch erzielt worden zu sein. Witkoff war zuletzt vor allem dadurch negativ aufgefallen, dass er russische Positionen quasi kritiklos 1:1 übernahm. Selbst aus Kreisen republikanischer Kongressabgeordneter sind zu seiner Russland-Nähe mehr als kritische Töne zu hören. Auf CBS sagte der Abgeordnete Mike Turner: Man kann nicht für America-First sein und gleichzeitig Pro-Russland. Russland ist ein selbsterklärter Widersacher Amerikas. US-Außenminister Marco Rubio, welcher neben den beiden genannten am Sonntag ebenfalls an Vorgesprächen mit einer ukrainischen Delegation in Florida teilnahm, steht zwar nicht im Verdacht russlandfreundlich zu sein. Allerdings scheint dieser hier inzwischen nur noch wenig zu sagen haben. Vorsichtshalber ließ er sich daher auch für das laufende NATO-Treffen entschuldigen, bei dem dieses Thema ebenfalls im Vordergrund steht. Kushner werden in Sachen Russland vor allem wirtschaftliche Interessen nachgesagt. Don Baker, ein weiterer republikanischer Kongressabgeordnete, sagte daher auf ABC: Viele Leute rund um den Präsidenten hoffen, durch eine Vereinbarung mit Russland Milliarden zu scheffeln. Das alarmiert mich enorm. Ich will Amerika als Anführer der freien Welt sehen, das sich um Recht kümmert und nicht um Geschäfte.

Inflation legt zu, aber EZB hat Ruh

Entgegen der Konsenserwartungen, welche von einem verharren der harmonisierten Verbraucherpreise in Euroraum bei 2,1 % ausgingen, legte die Teuerung im November um 2,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat zu. In der Kernrate, also ohne die volatilen Preise für Nahrung und Energie, lag die Inflation wie schon im Oktober auch im November bei 2,4 %. Damit liegen die Daten zwar etwas oberhalb des 2%-Preisziels der Europäischen Zentralbank. Weil der Preisausblick jedoch tendenziell abwärtsgerichtet ist, haben die Währungshüter im Euroraum alle Zeit der Welt, die weitere Entwicklung entspannt abzuwarten. Wir prognostizieren daher schon seit längerem, dass Lagarde & Co. auf ihrer abschließenden Notenbanksitzung am 18. Dezember die Füße still und die Leitzinsen im Euroraum unverändert halten werden.

US-Makrozahlen zuhauf


Bezüglich der abschließenden Fed-Sitzung des Jahres am 10. Dezember ist das letzte Wort indes noch nicht gesprochen. Im Einklang mit der vorherrschenden Marktmeinung erwarten wir hierfür zwar einen weiteren Leitzinssenkungsschritt um 25 Basispunkte. Bis zum Treffen der US-Währungshüter stehen allerdings noch einige Makro-Veröffentlichungen auf der Agenda, welche das Potenzial haben könnten, nochmals für Spannung zu sorgen. Dies würde zum Beispiel gelten, wenn die jüngst schwachen ISM-Zahlen beim verarbeitenden Gewerbe heute durch einen starken Wert beim Schwesterindex für den Dienstleistungssektor wieder wettgemacht werden würden. Oder wenn die heutigen Daten zur US-Industrieproduktion über den Erwartungen gut bzw. die ADP-Zahlen zum US-weiten Stellenaufbau besonders stark ausfallen würden. Mit den wöchentlichen Zahlen zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (morgen) sowie den Daten zu den Konsumausgaben der US-Verbraucher, den Zahlen zum PCE-Deflator - dem von den US-Währungshütern meist geschätzten Maß zur US-Teuerung - sowie den, von der Uni Michigan erhobenen Werten zur US-Verbraucherstimmung (allesamt übermorgen), stehen alleine in dieser Woche noch einige potenzielle Game Changer auf dem Terminkalender.


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