US-Arbeitsmarkt unter Druck


Schwäche am US-Arbeitsmarkt verstärkt Zinssenkungserwartungen


Der Regierungsstillstand in den USA hält an, und ein Kompromiss ist nicht in Sicht. Der Verlust an Wirtschaftsleistung wird zwar meist wieder aufgeholt, jedoch dürfte der "Shutdown" in der derzeitigen Gemengelage das Vertrauen in die USA weiter schmälern. Die Renditen von 10j. US-Staatsanleihen sind am Mittwoch um 6 Bp auf 4,10 % gefallen, während neue Arbeitsmarktdaten einmal mehr die Abschwächung der Beschäftigung in den Vereinigten Staaten unterstrichen. Marktteilnehmer preisen damit verstärkt Zinssenkungen durch die amerikanische Notenbank noch für diesen Monat ein. Die gestern veröffentlichten ADP-Beschäftigungszahlen für den Privatsektor fielen im September unerwartet schwach aus. Statt eines Anstiegs um 51.000 Arbeitsplätze, wie von Bloomberg befragten Analysten im Vorfeld prognostiziert, verzeichnete der Report einen Rückgang der Stellen um 32.000. Dies ist der stärkste Einbruch seit März 2023. Bereits im August hatte es einen revidierten Verlust von 3.000 Stellen gegeben. Dass die aktuelle Entwicklung die pessimistischsten Prognosen deutlich unterbot, verstärkt die Sorgen um den Arbeitsmarkt und die konjunkturelle Lage in den Vereinigten Staaten und bekräftigt die Erwartungen einer weiteren Lockerung der US-Geldpolitik. Bereits in den vergangenen Tagen hatten Berichte wie der JOLTS-Report Hinweise darauf geliefert, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften nachlässt.

Gold im Rekordrausch


Parallel dazu setzte der Goldpreis seinen Aufwärtstrend fort und kletterte in der Spitze auf über 3.880 Dollar je Feinunze. Das Edelmetall verfestigt damit seinen Status als sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit und erreichte erneut ein Allzeithoch. Der US-Dollar bleibt indes weiter schwach und vertiefte seinen Rückgang gegenüber den wichtigen Weltwährungen. Die politische Blockade in Washington sowie die zunehmenden Erwartungen einer Lockerung der US-Geldpolitik setzen die amerikanische Währung unter zusätzlichen Druck.

Inflation im Euroraum steigt leicht - keine weiteren Leitzinssenkungen


Die Inflation im Euroraum zog im September auf 2,2 % an, nachdem sie im August mit 2 % das Ziel der EZB erreicht hatte. Hauptursachen waren Basiseffekte bei Energiepreisen und teurere Dienstleistungen. Die Kerninflation blieb stabil bei 2,3 %. EZB-Präsidentin Lagarde betonte, dass die Risiken für die Inflation "begrenzt" seien, und nannte die aktuellen Zinsniveaus "angemessen". Die EWU-Inflationsdaten für September bestätigen u.E. die Aussicht, dass die EZB bis auf Weiteres die Füße geldpolitisch stillhalten wird.

Ausblick


Für heute stehen keine wesentlichen Konjunkturindikatoren auf dem ökonomischen Datenkalender. Der nach den schwachen ADP-Daten im Fokus der Marktteilnehmer stehende offizielle US-Arbeitsmarktbericht für September steht für Morgen auf dem Datenkalender. Dieser könnte wichtigen Input für die nächste Zinsentscheidung der Fed liefern. Ob bzw. wann die Daten veröffentlicht werden, ist angesichts des anhaltendenden Regierungsstillstands indes ungewiss. Der vorhandene Nebel makro-ökonomischer Unsicherheit droht somit u.E., bildlich gesprochen, noch dichter zu werden. Die asiatischen Märkte starteten heute Morgen mit Kursgewinnen in den Tag. Treiber dabei sind vor allem die Techwerte. Der Hang Seng liegt aktuell mit 1,5 % im Plus, der Nikkei mit 1 %. Trotz des anhaltenden US-Government Shutdowns deuten die Aktienfutures auf beiden Seiten des Atlantiks ebenfalls auf Kursgewinne hin.


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