Zinssorgen und durchwachsene Berichte


BIP-Daten aus den USA enttäuschen in doppelter Hinsicht


Die US-Wirtschaft ist der Vorab-Schätzung zufolge im ersten Quartal mit einer – auf ein Jahr hochgerechneten – Rate von 1,6 % gewachsen. Das Wachstum des BIP war damit noch ein Stück schwächer als unsere ohnehin schon zurückhaltende Prognose von 1,9 %. Grund für Konjunkturpessimismus liefern die Daten in unseren Augen dennoch nicht: Die private Inlandsnachfrage ohne Lager – eine Art Kern-BIP – legte nämlich mit einer Jahresrate von 3,1 % zu, nach einer Rate von 3,3 % im Schlussquartal 2023. Den Finanzmärkten stießen die BIP-Daten dennoch sauer auf, denn der Anstieg des Preisindex der privaten Konsumausgaben zeigte eine unerwartet starke Beschleunigung von 2,0 % auf 3,7 % in der Kernrate. Die Renditen von US-Staatsanleihen machten daraufhin einen Satz nach oben. Die Händler am Geldmarkt verschoben ihre Erwartungen für den Zeitpunkt einer ersten Leitzinssenkung der Fed noch weiter in die Zukunft. Die Geldmarkt-Futures preisen inzwischen erst für das vierte Quartal eine Zinssenkung vollständig ein. Im Euroraum wurden die Anleiherenditen von dieser Entwicklung mitgezogen und stiegen ebenfalls an. An den Aktienmärkten sorgte der Zinsanstieg zwischenzeitlich für deutliche Verluste. Sie waren schon schwach in den Tag gestartet, konnten im späteren Handel die Verluste aber zumindest etwas begrenzen.

Aktienmärkte nervös


An den Aktienmärkten gab es gestern teils kräftige Kursbewegungen bei den Einzeltiteln. Am Mittwochabend hatte die Facebook-Mutter Meta nach Börsenschluss Quartalsdaten vorgelegt. Der veröffentlichte Gewinn im ersten Quartal übertraf zwar die Analystenerwartungen. Die Marktteilnehmer reagierten aber verschnupft auf den Ausblick, den das Unternehmen hinsichtlich der Umsatzentwicklung und der hohen Investitionen in generative KI vorlegte. Der Aktienkurs rauschte über 10 % in die Tiefe. Fast zweistellige Verluste gab es auch für die IBM-Aktie. Auf der Sonnenseite fanden sich gestern Anleger in Aktien der Deutschen Bank wieder (+8 %). Das Finanzinstitut steigerte seinen Gewinn und stellte für das zweite Halbjahr ein weiteres Aktienrückkaufprogramm in Aussicht. Nach Börsenschluss legten dann auch noch die Google-Mutter Alphabet und Microsoft ihre Quartalsergebnisse vor und begeisterten die Anleger mit Aussagen zum Cloud-Geschäft.

Zinssorgen dürften anhalten


Die Nervosität der Marktteilnehmer hinsichtlich der künftigen Geldpolitik könnte heute neues Futter erhalten, wenn um 10 Uhr die EZB ihre Umfrage zu den Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum veröffentlicht. Zudem veröffentlicht die Notenbank Daten zum Geldmengenwachstum. Heute früh ließ bereits die Bank of Japan ihre Geldpolitik bei ihrem Zinsentscheid unverändert und schickte damit den Yen weiter auf Talfahrt. Zudem fielen Inflationsdaten aus Tokio deutlich tiefer aus als erwartet. Am Nachmittag stehen aus den USA Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben der Verbraucher sowie zur Preisentwicklung der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator) zur Veröffentlichung an. Bei letzterem Indikator ist mit der gestrigen Veröffentlichung der BIP-Daten aber die Katze quasi schon aus dem Sack.


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