Bank of Japan strafft Geldpolitik


Ruhiger Wochenstart


Die europäischen Aktien- und Anleihemärkte traten gestern auf der Stelle. Auch die Devisenmärkte ließen es zu Wochenbeginn ruhig angehen. Die US-Märkte entwickelten dann aber doch noch etwas Dynamik: Angetrieben von den Tech-Werten klettern die dortigen Aktienindizes nach oben. Auch die US-Anleiherenditen zogen etwas an – möglicherweise in Reaktion auf den Ölpreis. Dieser legte in den vergangenen Handelstagen um über vier US-Dollar pro Fass zu und notiert inzwischen auf dem höchsten Stand seit Oktober. Zum Ölpreisanstieg könnten die guten gestrigen Konjunkturdaten aus China beigetragen haben, möglicherweise aber auch die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf Anlagen der russischen Ölindustrie.

Geldpolitischer Schwenk in Japan


Entgegen den mehrheitlichen Erwartungen von Analysten straffte die Bank of Japan (BoJ) heute Nacht ihre Geldpolitik. Als weltweit letzte Notenbank verabschiedete sie sich von ihrem negativen Leitzins (-0,10 %) und strebt künftig einen Tagesgeldsatz zwischen 0,00 % und 0,10 % an. Auch verzichtet sie nun auf ihr Instrument der Zinskurvenkontrolle, mit dem sie längerfristige Zinsen steuerte. Allerdings ist die BoJ weiterhin bereit, langlaufende Staatsanleihen zu kaufen, sofern sie dies als notwendig erachtet. Ihre Käufe von ETFs beendet sie. Die Notenbank signalisierte, dass die geldpolitischen Rahmenbedingungen akkommodierend bleiben werden. Der weitere geldpolitische Pfad sei datenabhängig. Sie vermittelte mithin nicht das Bild, dass die heutigen Beschlüsse der Anfang einer entschlossenen Zinserhöhungskampgange seien. Ohnehin gab es auch zwei Gegenstimmen im neunköpfigen Gremium gegen den heutigen Entscheid. Diese Punkte sind wohl der Grund dafür, dass die Finanzmärkte auf den Zinsentscheid mit einer Abwertung des Japanischen Yen und leicht sinkenden langlaufenden Staatsanleiherenditen reagierten. Der NIKKEI Aktienindex hatte am Montag bereits kräftig zugelegt und verzeichnet heute früh weitere leichte Gewinne.

Warten auf die Fed


An den Finanzmärkten könnte heute noch einmal das Warten auf den morgigen Zinsentscheid der US-Notenbank das Geschehen bestimmen. An Konjunkturdaten steht heute der ZEW-Index für Deutschland und den Euroraum auf der Agenda, der die Konjunkturerwartungen von Ökonomen und Anlegern widerspiegelt. Etwas mehr Aufmerksamkeit dürften die Marktteilnehmer den um 13:30 Uhr anstehenden Daten zu den Baugenehmigungen und den Baubeginnen in den USA schenken. Die Baubeginne waren im Januar unerwartet schwach und dürften sich im Februar wieder erholt haben. Gestern wurde bereits der NAHB Index mit einem Anstieg von 48 auf 51 veröffentlicht. Der Stimmungsindikator notiert damit im neutralen Bereich. Der Wohnungsbau in den USA erlebt nicht im Geringsten einen derartigen Einbruch der Aufträge wie hierzulande. Allerdings lohnt in den USA ein Blick unter die Oberfläche. Der Anteil an Mehrfamilienhäusern an den Neubauten hatte in den vergangenen zehn Jahren in Relation zu den Einfamilienhäusern spürbar zugelegt. In den jüngsten 12 Monaten kehrte sich dieser Trend aber ein gutes Stück um. Diese Divergenz spiegelt die Preisentwicklung wider. Während die Preise von Einfamilienhäusern in den USA neue Rekordstände erklimmen, verzeichnen die Apartments gewerblicher Immobilienmarktakteure Preisverluste im zweistelligen Prozentbereich.


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