Nervosität in China belastet Europa


Sorgen um deflationäre Spirale in China


Der Deflationsdruck und eine mögliche weitere Konjunkturabschwächung in China halten an. Eine Verschärfung der Deflation von -0,3% auf -0,5% YoY im Januar wurde von den befragten Analysten im Vorfeld erwartet. Die tatsächlichen Verbraucherpreise sind jedoch um 0,8% ggü. dem Vorjahr gesunken - der stärkste Rückgang seit 2009. Damit nähren die Daten die Sorgen einer deflationären Spirale. Ohne weitere Stützungsmaßnahmen seitens der chin. Regierung und Notenbank könnten die chin. Aktienmärkte sowie der RMB weiter unter Druck bleiben. Nach Aussage von chin. Brokern könnte sogar eine Welle von Kapitalforderungen drohen. Demnach müssten die Anleger ihre mit geliehenem Geld getätigten Geschäfte nachsichern (sog. Margin Calls). Weiter fallende Kurse könnten so zu Zwangsverkäufen von Aktien im Wert von mehreren Milliarden Dollar führen. Nach Schätzungen der Maklergesellschaft Zheshang Securities dürfte sich der Wert der Aktien, die von einer solchen Zwangsliquidation bedroht sind, auf insgesamt rund 25 Mrd. EUR belaufen. Bereits gestern drückten die Sorgen über den Aktienmarkt in China die Börsen in Europa ins Minus. Der Dax gab um 0,7% auf 16.922 nach und verließ damit sein jüngstes Rekordhoch. Heute Morgen folgten wiederum die meisten asiatischen Aktien dem gestrigen Aufwärtstrend an der Wall Street. Auch die vorbörsliche Indikation für den DAX lässt vorerst einen grünen Start in den heutigen Tageshandel erwarten.

Unternehmen blicken nach Westen


China bleibt das 8. Jahr in Folge Deutschlands Handelspartner Nummer eins - allerdings nur noch hauchdünn vor den USA. Der Warenaustausch - Exporte und Importe zusammen - mit der weltgrößten Volkswirtschaft, USA, fiel mit 252,3 Mrd. EUR nur um wenige Hundert Millionen Euro geringer aus. Das Handelsvolumen mit der Volksrepublik China summierte sich im vergangenen Jahr auf rund 253 Mrd. EUR. Das geht aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis vorläufiger Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Mit der Fortsetzung der Handelsentwicklungen wären die USA drauf und dran, die Volksrepublik spätestens im Jahr 2025 zu überholen. Dies liegt vor allem an den Exporten. Im vergangenen Jahr wurden Waren "Made in Germany" im Wert von fast 158 Mrd. EUR über den Atlantik geliefert - ein Plus von 1,1%. Die Lieferungen nach China brachen hingegen um fast 9% auf gut 97 Mrd. EUR ein. Sofern sich keine durchgreifende Nachfragesteigerung seitens Chinas andeutet und die US-Konjunktur weiterhin deutlich besser läuft als in vielen anderen wichtigen Absatzmärkten der deutschen Wirtschaft, dürften die deutschen Exporteure von der Stärke und Attraktivität der US-Wirtschaft profitieren.

Talfahrt in der Industrie geht weiter


Seit Mai 2023 schrumpft oder stagniert in Deutschland die Produktion im Produzierenden Gewerbe. Auch im Dezember fiel die Produktion um 1,6% ggü. dem Vormonat. Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) sank im Dezember um 1,5% im Monatsvergleich. Dies zeigt, in welch schwieriger Situation die Industrie hierzulande ist. Der starke Anstieg der Neuaufträge gibt zwar ein erstes Hoffnungszeichen für eine Trendwende im laufenden Jahr. Noch überwiegen aber die Vorzeichen für eine anhaltende Konjunkturschwäche. Anekdotische Evidenz aus den Unternehmen zum geplanten Stellenabbau zeigt zudem, dass diese Schwäche jetzt wohl auch den Arbeitsmarkt erreicht.


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