Mit gespitzten Ohren


Wenig erbaulich


Dass das deutsche BIP im 4. Quartal 2023 saisonal bereinigt um 0,3 % gesunken ist, war inoffiziell zwar schon bekannt. Aber seit gestern haben wir dies nun schwarz auf weiß. Der sogenannte statistische Überhang dürfte hierdurch bei -0,2 % liegen. Damit startet die deutsche Wirtschaft mit einem Handicap ins neue Jahr: Gemeinhin würde man schließlich erwarten, dass sie in 2024 ein Nullwachstum hinlegt wenn sie in allen vier Quartalen des neuen Jahres stagnieren würde. Wegen des statistischen Überhangs käme in dieser Konstellation jedoch eine rückläufige Wirtschaftsleistung heraus.

Same procedure as last year


Bis dato lässt sich konstatieren, dass die vor rund einem Jahr gestartete KI-Fokussierung der Anleger auch nach dem Jahreswechsel weiter anhält. Die sechs Großkaliber im US-amerikanischen S&P 500 mit KI-Phantasie, also Apple, Microsoft, Alphabet, Nvidia, Amazon und Meta, hatten im vergangenen Jahr einen gewichteten Kursanstieg von 82,9 % auf das Börsenparkett gezaubert. Die restlichen 494 Indexmitglieder schafften in dieser Zeit hingegen lediglich ein Plus von 1,4 %. Dieses Szenario setzte sich seit Jahresbeginn nun weiter fort. Der „S&P 494“ liegt seither um 0,8 % im Minus, während die sechs Großkaliber schon um gewichtet 14,2 % zulegten.

In Teilen schon wieder verpufft


Vergangene Woche kam das Gerücht auf, dass die chinesische Regierung plant, umgerechnet rund 285 Mrd. Euro zu mobilisieren, um mit dem Geld in großem Stil chinesische Titel zu kaufen. Dem schon lange schwachen chinesischen Aktienmarkt, welcher auch den Start in das neue Jahr verpatzte, half dies lediglich temporär auf die Sprünge. Spätestens mit der Nachricht vom Montag, dass ein Gericht in Hongkong die Zwangsliquidation des einstmals weltweit größten Immobilienentwicklers Evergrande verhängte, sehen die Anleger China erneut kritischer. Legten chinesische Aktien mit der Nachricht zum „Stabilisierungsfonds“ binnen drei Tagen um satte 8,3 % zu, gaben sie seither bereits wieder um 4,8 % nach.

Konsumentenvertrauen macht Satz


Das vom Conference Board erhobene US-Konsumentenvertrauen machte gestern einen deutlichen Satz nach oben und stieg von 110,7 Punkten im Dezember auf 114,8 Zähler im Januar. So hoch notierte dieser Indikator seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Was sagt Powell?


Die heute Nachmittag anstehenden Vorabzahlen zur Inflation in Deutschland für Januar dürften mit Spannung erwartet werden. Hierbei stellt sich insbesondere die Frage, ob die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie auf den vollen Satz einen sichtbaren Effekt auf die heimische Teuerung hatte. Das Pendant hierzu für den gesamten Euroraum steht für morgen auf der Agenda. Die vom privaten Arbeitsmarkt-Dienstleister ADP erhobenen inoffiziellen Zahlen zum Stellenaufbau werfen zudem ein Schlaglicht auf den für diese Woche Freitag terminierten offiziellen US-Januar-Arbeitsmarktbericht. Schließlich ist die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt mitentscheidend dafür, wie bald und wie intensiv die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen senken wird. Auf der heutigen Sitzung dürfte sie dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jedenfalls noch nicht tun. Spannend wird aber sein, welche Botschaft die Anleger hinterher aus den Worten von Fed-Chef Jerome Powell herauszuhören glauben.


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Herausgeber


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