Starkes US-BIP, zurückhaltende EZB


Ifo-Index enttäuscht


Der ifo Geschäftsklimaindex enttäuschte im Januar mit einem Rückgang von revidiert 86,3 auf 85,2 Punkte. Dies ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2020. Sowohl die Lageeinschätzung als auch die Erwartungen der Unternehmen verschlechterten sich gegenüber dem Vormonat. Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes äußerten sich zwar etwas positiver, doch bei den Dienstleistern, im Handel und im Baugewerbe trübte sich die Stimmung weiter ein. Die deutsche Wirtschaft steckt nach Einschätzung des ifo Instituts in der Rezession fest und auch uns fällt es schwer, Anzeichen für eine konjunkturelle Trendwende auszumachen.

BIP-Wachstum in den USA übertrifft die Erwartungen


So schwach die deutsche Wirtschaft derzeit ist, so stark ist die US-Wirtschaft. Trotz der restriktiven Geldpolitik konnte das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal einmal mehr positiv überraschen. Als Jahresrate betrachtet legte das BIP im Schlussquartal um 3,3 % gegenüber dem Vorquartal zu. Mit einem solch starken Anstieg dürfte wohl kaum ein Beobachter gerechnet haben. Nach wie vor ist der private Konsum die tragende Säule der US-Konjunktur. Doch letztlich war das Wachstum im vierten Quartal breit abgestützt. Wir müssen feststellen: Die unterliegende Konjunkturdynamik in den USA ist bislang ungebrochen.

Zinsen tendieren abwärts


Trotz der starken US-Daten drehten die Anleiherenditen gestern Nachmittag gen Süden. Grund hierfür dürfte vor allem gewesen sein, dass die BIP-Daten einen überraschend geringen Preisanstieg im vierten Quartal ausweisen. Der mit Spannung erwartete Zinsentscheid der EZB brachte dagegen wenig Neues. Man fragt sich, warum sich EZB-Chefin Christine Lagarde in Davos aus dem Fenster gelehnt und für den Sommer eine Zinssenkung in Aussicht gestellt hat. Im Grunde wissen die Notenbanker nicht viel mehr als vor sechs Wochen. Eine schnelle Zinssenkung, an die wir ohnehin nicht geglaubt haben, dürfte zwar erst einmal vom Tisch sein. Aber im Prinzip spricht auch nicht besonders viel für eine Zinssenkung im Sommer, wenn man das heutige Monetary Policy Statement zugrunde legt. Die EZB wird sich derweil weiter damit arrangieren müssen, dass die Märkte auf eine Senkung vor Sommer spekulieren – sofern die Inflations- und Konjunkturdaten das hergeben.

Geldmenge schrumpft im Euroraum


Heute Vormittag wird die EZB die Konsensprognosen der von ihr befragten Volkswirte zu Konjunktur und Inflation veröffentlichen. Daneben legen die Währungshüter des Euroraums Daten zur Entwicklung der Geldmenge und der Kreditvergabe vor. Sowohl die Geldmenge als auch die Kreditvergabe an Nicht-Finanzunternehmen schrumpfen derzeit infolge der geldpolitischen Straffung der EZB. Heute früh um 8:00 Uhr veröffentlicht die GfK die Ergebnisse ihrer jüngsten Umfrage zur Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland. Am Nachmittag folgen dann aus den USA „harte Konsumdaten“ in Gestalt der persönlichen Ausgaben und der Preisdeflatoren für persönliche Konsumausgaben im Dezember. Deren Neuigkeitswert dürfte sich aber angesichts der gestern veröffentlichten BIP-Daten in Grenzen halten.


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