EZB fängt vorausgelaufene Märkte ein


EZB dämpft Zinssenkungshoffnung


Die EZB hat gestern das Protokoll ihrer Ratssitzung vom 13./14. Dezember 2023 veröffentlicht. Demnach fehlen den EZB-Offiziellen unter anderem überzeugende Belege für eine nachhaltige Wende der Lohnentwicklung. Im dritten Quartal 2023 sind die Entgelte pro Arbeitnehmer mit einer Rate von 5,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal angestiegen. Vorsicht bleibe daher nach Ansicht der Ratsmitglieder weiter angebracht, um nicht zu früh die Aufgabe der Inflationsbekämpfung als erledigt anzusehen. In das gleiche Horn hatte bereits am Mittwoch EZB-Präsidentin Christine Lagarde gestoßen. Nach ihrer Ansicht seien die Erwartungen einer baldigen Leitzinssenkung übertrieben. Die Präsidentin stellte hingegen in Aussicht, dass die EZB im Sommer die Leitzinswende einläuten könne. Dies entspricht unserer, seit geraumer Zeit vertretenen Prognose. Da die Renditen von zweijährigen deutschen Bundesanleihen bereits vorgestern einen Satz nach oben gemacht hatten, verlief gestern der Handel mit kurzlaufenden Bundesanleihen in ruhigen Bahnen.

Schlechte Stimmung in US-Industrie


Die Federal Reserve Bank of Philadelphia meldete gestern, dass der von ihr erhobene Index für die Stimmung der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes in ihren Distrikt von -12,8 Punkten im Dezember 2023 auf -10,6 Punkten im Januar 2024 angestiegen ist. Damit blieb die Entwicklung des Konjunkturindex jedoch hinter der Erwartung der von der Nachrichtenagentur Reuters im Vorfeld befragten Volkswirte zurück. Zwei Tage zuvor hatte die Federal Reserve Bank of New York mitgeteilt, dass ihr entsprechender Index im Januar 2024 um 29 Punkte abgestürzt ist, und zwar auf -43,7 Punkte. Gleichwohl sind die Renditen von US-Staatsanleihen gestern ganz leicht angestiegen. Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der Woche zum 13. Januar auf 187 Tausend gefallen und damit auf ihr niedrigstes Niveau seit September 2022. Die Rentenmarktteilnehmer maßen dieser positiven Nachricht offenbar mehr Bedeutung bei als der schlechten Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe.

Heute US-Konsumentenstimmung


Die University of Michigan wird heute Nachmittag ihren Index der US-Konsumentenstimmung im Januar 2024 veröffentlichen. Nach unserer Prognose wird sich die Stimmung unter den US-Verbrauchern leicht eingetrübt haben.


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Herausgeber


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