Dämpfer für die (zu) hohen Zinssenkungsphantasie


Inflation in UK höher als erwartet


Die Veränderungsrate des britischen Verbraucherpreisindex hat sich im Dezember überraschend auf 4,0% erhöht. Dies lag sowohl leicht über den Prognosen der im Vorfeld befragten Volkswirte (Konsens: 3,8%) als auch über dem November-Wert von 3,9 %. Zuvor war die jährliche UK-Inflationsrate letztmals im Februar 2023 angestiegen. Das britische Statistikamt erklärte, der Anstieg sei auf eine Erhöhung der Tabaksteuer zurückzuführen, welche im November in Kraft trat. Aber auch die Preise für Bekleidung, Flugtickets und Unterhaltungsangebote haben die Inflation weiter in die Höhe getrieben. Die Kerninflation, bei der volatile Preise herausgerechnet werden, ging zum ersten Mal seit Juli nicht zurück. Sie lag im vergangenen Monat unverändert bei 5,1 % und damit ebenfalls über den Prognosen der Analysten. Die Veröffentlichung der Inflationsdaten führte zu einem sprunghaften Anstieg der Renditen 10-jähriger britischer Staatsanleihen (Gilts) um 18 Basispunkte sowie zu einem deutlichen Anstieg des Pfund Sterling. Die Anleger nahmen ihre bisherigen Erwartungen einer Zinssenkung der BOE (Bank of England) für den Mai deutlich zurück. Wir waren ohnehin davon ausgegangen, dass die Währungshüter an der Themse frühestens im Juni die Leitzinswende einläuten.

US-Daten robuster als erwartet


Die anschließend veröffentlichten US-Daten zeigten sich ebenfalls stärker als erwartet. Der Wohnungsmarkt-Index NAHB, der die Erwartungshaltung von Bauunternehmen in den USA ausdrückt, stieg im Januar von 37 auf 44 Punkte (Konsenserwartung: 39). In dieses Bild passt, dass sich die US-Hypothekenanträge gegenüber der Vorwoche um 10,4% erhöhten. Auch die Einzelhandelsumsätze in den USA entwickelten sich im Dezember besser als erwartet mit +0,6% gegenüber dem Vormonat (Konsens-Schätzung: +0,4%). Hinzu kam ein leichter Anstieg der US-Industrieproduktion (+0,1%) statt eines prognostizierten leichten Rückgangs (-0,1%). Mit der robusteren Entwicklung der US-Wirtschaft schwanden die Hoffnungen der Investoren auf sehr schnelle Leitzinssenkungen. Die Renditen in den USA und auch in Europa stiegen deutlich, was die Aktienmärkte belastete. In Europa litten dabei die zinssensitiven Immobilienaktien am stärksten unter den Kursrückgängen.

Auch heute Daten zu US-Immobilien


Am Nachmittag werden in den USA die Dezember-Zahlen zu Baugenehmigungen, Neubaubeginnen, Neubauverkäufen sowie zu Verkäufen bestehender Häuser bekanntgegeben. In Europa steht wieder die Geldpolitik im Fokus. Nachdem Notenbankchefin Lagarde gestern eine erste Leitzinssenkung für den Sommer in Aussicht stellte, veröffentlicht die EZB heute das Protokoll ihrer letzten Ratssitzung vom Dezember. Daraus könnten sich weitere Hinweise auf die Haltung der EZB-Ratsmitglieder bezüglich einer erwarteten Leitzinssenkung ergeben.


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