Zinsgipfel wohl erreicht


EZB hebt Einlagesatz auf 4%


Die EZB hat gestern, wie von uns erwartet, ihre Leitzinsen um weitere 25 Bp. angehoben und in ihren neuen Projektionen etwas höhere Inflations- und deutlich geringere BIP-Wachstumsraten in Aussicht gestellt. Die EZB reagiert damit weiter entschlossen auf die hohe Inflation. Allerdings haben wir jetzt auch handfeste Anzeichen dafür, dass dies der letzte Schritt gewesen sein könnte. Die Inflationsrate liegt mittelfristig nur noch geringfügig über dem Zielwert und – ebenfalls wichtig – die Projektionen für das BIP-Wachstum wurden deutlich zurückgeschnitten. Vermutlich ist der Deckel noch nicht endgültig drauf, aber wenn die EZB noch einmal anheben will, wird sie es frühestens im Dezember tun und nicht schon gleich wieder auf dem nächsten Meeting Ende Oktober. Als Reaktion auf den Zinsentscheid gestern legten die Aktienmärkte in Europa und den USA spürbar zu. Die Renditen 10j. Bundesanleihen sanken um einige Basispunkte und der Euro verlor gegenüber dem USD weiter an Boden.

Nach der EZB ist vor der Fed


Die amerikanische Zentralbank dürfte ihr Tagesgeldzielband u.E. bei ihrer Sitzung nächste Woche unverändert bei 5,25% - 5,50% belassen. Zugleich erwarten wir, dass die Neigung zu einer weiteren Straffung der US-Geldpolitik vorerst bestehen bleibt. Hauptgrund hierfür: Die US-Konjunktur ist weiter robust. Die gestern Nachmittag veröffentlichten US-Einzelhandelsumsätze stiegen im August mit einer Rate von 0,6% gegenüber dem Vormonat an und übertrafen damit die Erwartungen. Es ist jedoch zu bedenken, dass der Anstieg der Einzelhandelsumsätze durch die spürbare Verteuerung der Kraftstoffe aufgebläht wurde. Bereinigt um diesen Faktor lag der Anstieg nur bei 0,2%. Dessen ungeachtet wird die US-Wirtschaft nach unserer Prognose im laufenden Quartal mit einer Jahresrate von rund 4% zulegen. Die vielfach prognostizierte Rezession lässt damit weiter auf sich warten. Infolgedessen dürfte die US-Notenbank auch ihr erhöhtes Leitzinsniveau länger beibehalten als noch unlängst gedacht.

China droht mit Gegenmaßnahmen


Die Entscheidung der EU, die Subventionspraxis für chinesische Elektroautos zu untersuchen, wird "negative Auswirkungen" auf die Beziehung zu China haben, warnte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag. China wertet die Überprüfung durch die EU als einen „nackten Akt des Protektionismus“, der die globale Kette der Automobilindustrie ernsthaft stören und verzerren wird. Nach Ansicht der EU flutet China die Märkte weltweit mit billigen E-Autos, deren Preis durch gewaltige staatliche Subventionen künstlich niedrig gehalten wird. Die Ermittlungen der EU sind zudem ein Rückschlag für die Strategie des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, die EU als Bollwerk gegen die Handelsstreitigkeiten mit den USA in Stellung zu bringen.

Starke Konjunkturzahlen aus China


Die Aktienmärkte feierten den EZB-Zinsentscheid gestern mit deutlichen Kursgewinnen. Vor allem die damit verbundene Hoffnung, dass das Leitzinshoch nun erreicht sein könnte, trug zur guten Stimmung an den Börsen bei. Die asiatischen Aktienmärkte folgten heute früh den positiven Vorgaben aus den USA und Europa. Eine überraschend deutlich gestiegene Industrieproduktion und robuste Einzelhandelszahlen aus China, die heute Morgen veröffentlicht wurden, haben das positive Sentiment weiter verstärkt. Getrieben von den besser als erwarteten chinesischen Konjunkturzahlen stieg zudem der Ölpreis weiter an und markiert mit 94,52 USD für ein Fass der Marke Brentden höchsten Wert seit Dezember.


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