LBBW Morgeninfo: Trübe Aussichten für Welthandel


EU einigt sich auf Sanktionspaket
Die EU-Staaten haben dem achten Paket mit Sanktionen gegen Russland den Weg geebnet. Die ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten billigten unter anderem die rechtlichen Voraussetzungen für einen von den G7-Staaten unterstützten Preisdeckel für Ölimporte aus Russland. Das Sanktionspaket soll heute in Kraft treten. Auch in einem anderen Kreis ging es um das schwarze Gold. Bei ihrem gestrigen Treffen berieten die Vertreter der OPEC+-Staaten über ihre Förderstrategie. Die Öl-Staaten beschlossen massive Förderkürzungen in Höhe von zwei Millionen Barrel pro Tag. Dies entspricht 2% des weltweiten Angebots. Die Ankündigung blieb nicht ohne Folgen für den Ölpreis. Die Notierungen für Rohöl der Nordseesorte Brent stiegen gestern auf über 95 US-Dollar je Barrel.

Robuster US-Arbeitsmarkt
Nach dem starken Vortag legten die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks zur Wochenmitte eine Verschnaufpause ein. Nicht nur der steigende Ölpreis belastete. Waren die Aktienkurse am Dienstag noch von der Hoffnung auf weniger aggressive Zinsanhebungen durch die US-Notenbank getrieben worden, kamen daran gestern wieder Zweifel auf. Die Veröffentlichung des ADP-Reports zeichnete jedenfalls erneut das Bild eines robusten US-Arbeitsmarktes. Im privaten Sektor bauten die Firmen im September mit 208 Tsd. mehr Stellen auf, als im Vorfeld von Analysten erwartet worden war. Zudem ging der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe zwar von 56,9 auf 56,7 Punkte zurück, verharrte damit aber klar im Expansionsbereich.

Gebremster Welthandel
Die Welthandelsorganisation WTO rechnet für das kommende Jahr mit einer geringeren Zunahme des Welthandelsvolumens. Die in Genf ansässige Organisation erklärte gestern, dass der Warenhandel in diesem Jahr um 3,5% zunehmen wird, während sie im April noch von 3,0% ausgegangen war. Für das Jahr 2023 geht sie jedoch nur von einem Handelswachstum von 1,0% (zuvor 3,4%) aus. In ihrer Begründung verwies die WTO auf die stark gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise sowie die steigenden Zinsen, welche die Importnachfrage bremsen. Zudem warnte die Handelsorganisation vor einem möglichen Rückgang, falls sich der Krieg in der Ukraine verschärfen sollte.

Warten auf US-Arbeitsmarktbericht
Der Makrokalender ist heute dünn bestückt. Nach den Auftragseingängen der deutschen Industrie stehen die Einzelhandelsumsätze im Euroraum auf der Agenda. Zudem veröffentlicht die EZB am Nachmittag das Protokoll ihres Zinsentscheids vom 8. September. Vor dem morgen anstehenden US-Arbeitsmarktbericht dürften die Finanzmärkte in Lauerstellung bleiben.

 


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