LBBW Morgeninfo: Und wieder: All eyes on Fed


Märkte in Deckung vor Fed Call
Es ist dieser Tage äußerst risikoreich, auf den Inflations-Peak und damit auf den Zinspfad der Notenbanken zu wetten. Zwar gibt es Entlastung auf der Energieseite, aber die Zweitrundeneffekte bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln beginnen gerade erst zu wirken. Entsprechend erwarten die Marktteilnehmer einen weiteren großen Zinsschritt um mindestens 0,75 Basispunkte auf 3,25%. Auch in der Kommunikation dürften sich die US-Notenbanker entschlossen zeigen, die Inflation mit aller Vehemenz einzudämmen. Die Anleger setzen genau auf diese Fähigkeit, was sich anhand zunehmender Inversion der US-Zinskurve zeigt. Kurzläufer werden schneller abverkauft als Langläufer. Die Rendite für zweijährige US-Bonds stieg in der Spitze auf ein 15-Jahreshoch von 3,996%, während die Verzinsung für zehnjährige Staatstitel sogar etwas nachgab auf 3,551%. Die dahinterstehende Furcht vor einer Rezession der US-Wirtschaft schickte Öl der Sorte WTI zwischenzeitlich um 2% auf Talfahrt. Investoren am Aktienmarkt gingen ebenfalls in Deckung. Nasdaq und S&P 500 verloren jeweils gut 1%. Um 20.00 Uhr unserer Zeit wird der Entscheid des Federal Open Market Committee erwartet. Im Vorfeld der Fed-Sitzung werden um 16.00 Uhr die Daten zu den bestehenden Hausverkäufen für den Monat August bekannt gegeben. Diese könnten im August zum siebten Monat in Folge gefallen sein. Wir erwarten 4,70 Mio. nach 4,81 Mio. Einheiten im Juli.

Uniper wird verstaatlicht
Der angeschlagene Energiekonzern plant eine Kapitalerhöhung von 8 Mrd. Euro, die durch den Bund gezeichnet werden solle. Zudem will der Bund Uniper-Aktien, die vom finnischen Mutterkonzern Fortum gehalten werden, für 1,70 Euro je Aktie abkaufen. Die Beteiligung des Staates an Uniper würde nach Abschluss der Transaktion rund 99% betragen.

Schlagabtausch in New York
Bundeskanzler Scholz attackierte gestern vor der UN-Vollversammlung die russische Regierung scharf für den Angriffskrieg und stellte die fortwährende Unterstützung Deutschlands für die Ukraine klar. Derweil sollen die von Russland besetzten Gebiete in der Ostukraine in den kommenden Tagen Referenden über den Anschluss an die russische Föderation abhalten. Damit könnte Moskau die bisher scheinbar erfolgreich verlaufende Gegenoffensive der Ukraine als Angriff auf russisches Staatsgebiet werten. Allerdings dürfte der Kreml angesichts der offensichtlichen operativen Defizite seiner Armee sowie hoher Verluste an Mensch und Material ohnehin zu einer Entscheidung gezwungen sein. Eine Teil- oder Generalmobilmachung wird wahrscheinlicher. Heute wird eine Rede von Präsident Putin zur Lage in der Ukraine erwartet.



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