LBBW Morgeninfo: Auch Bundesbank rechnet mit Rezession


Rezession im Anmarsch
Laut dem gestern veröffentlichten Monatsbericht der Deutschen Bundesbank dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland im laufenden Quartal etwas zurückgehen und in den folgenden Quartalen (Q4/2022 und Q1/2023) sogar deutlich schrumpfen. Als Grund dafür wird vor allem die äußerst angespannte Lage bei der Energieversorgung aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine angeführt: „Die hohe Inflation und die Unsicherheit in Bezug auf die Energieversorgung und ihre Kosten beeinträchtigen dabei nicht nur die gas- und stromintensive Industrie sowie deren Exportgeschäfte und Investitionen, sondern auch den privaten Konsum und die davon abhängigen Dienstleister.“ Damit schwenkt nun auch die Bundesbank in Richtung Rezession, was wir in unseren Prognosen bereits seit geraumer Zeit als Hauptszenario berücksichtigt haben. Bei der Inflation rechnet die Bundesbank mit einem Anstieg in den kommenden Monaten auf über 10%.

Renditen für Unternehmensanleihen auf Jahreshoch
Der durch die hohe Inflation getriebene Anstieg der Bund-Renditen auf neue Jahreshochs (für 2 Jahre auf 1,48% und für 10 Jahre auf 1,79%) hat auch die Renditen von Corporate Bonds in die Höhe geschraubt. Im Investmentgrade-Index für EUR-Unternehmensanleihen überschritt die Rendite die Marke von 3,5% und stieg damit auf ein neues Jahreshoch. Auf diesem Niveau hatten sich die Investmentgrade- Renditen zuletzt im Jahr 2011 bewegt. Trotz der deutlich gestiegenen Refinanzierungskosten kehrten die Unternehmen nach der Sommerpause wieder mit großem Elan an den Primärmarkt für Corporate Bonds zurück. In der vergangenen Woche begaben sie ein Volumen von rund 14 Mrd. Euro an neuen EUR-Anleihen. Dies war das vierthöchste Wochenvolumen in diesem Jahr. Die Investoren griffen auf dem erhöhten Rendite-Niveau bereitwillig zu und zeichneten bei den Neuemissionen im Schnitt mehr als das Vierfache des später platzierten Volumens.

Heute Start mit Erzeugerpreisen
Der heutige Datenkalender begann bereits um 8 Uhr mit der Veröffentlichung des Erzeugerpreisindex für Deutschland. Nach dem Sprung vom Juli um 5,3% gegenüber dem Vormonat fiel der Anstieg für den August sogar noch größer aus und lag mit +7,9% auch deutlich über den Erwartungen (Bloomberg Konsens-Schätzung lag bei +2,4%). Am Nachmittag folgen aus den USA die August-Zahlen zu den Baugenehmigungen sowie den Neubaubeginnen.



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Herausgeber
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