MÄRKTE AM MORGEN | Frische Warnsignale nicht unterschätze


 

Frische Warnsignale nicht unterschätzen
 

Die negative Marktreaktion auf die in dieser Woche vorgelegten Quartalszahlen der DAX-Konzerne lässt die Nervosität wieder steigen. Nachdem die Bilanzen unter dem Strich durchwachsen ausfielen, steht der DAX seit Wochenbeginn rund 2,2 Prozent tiefer. Zuletzt gab es einen ähnlich starken Rückgang Mitte August. Grundsätzlich besteht aber auf den ersten Blick noch kein Grund zur Sorge: Ausgehend vom Sommer-Tief liegt der Markt noch gut zehn Prozent im Plus, selbst ein Rücklauf an die alte Rekordmarke bei knapp 13.000 Punkten wäre nicht überraschend.

Fundament der Rally auf dem Prüfstand

Allerdings gilt es die Entwicklung nun genau zu verfolgen, vor allem auch an den US-Börsen. Nach der starken Berichtssaison drängt sich die Frage auf, welche Impulse in den nächsten Wochen neue Käufer anlocken könnten. Fehlt die Fantasie, dürfte vorerst die Börsenregel „buy the rumor, sell the fact“ die Richtung vorgeben.

Deutlichere Risse zeigt die Rally bereits bei den Werten aus der zweiten und dritten Reihe. So behaupten im S&P 600 Small Cap-Index, der die kleineren US-Titel umfasst, nur noch 58 Prozent ihre 200-Tage-Linie. Im S&P 100, der die 100 größten amerikanischen Konzerne des S&P 500 beinhaltet, liegt die Quote noch bei 70 Prozent. Investoren ziehen sich somit aus den risikoreicheren Werten zurück. Auch bei den Technologie-Aktien trübt sich die Lage ein. Zwar lieferten Schwergewichte wie Apple, Alphabet, Amazon und Netflix starke Zahlen ab und hievten den Nasdaq 100-Index zuletzt auf Rekord. Der Nasdaq 100 Equal Weighted-Index, bei dem jede Aktie mit der gleichen Gewichtung in die Indexberechnung einfließt, läuft hingegen seit Ende September nur seitwärts. Auch die Zuwächse von 22 Prozent seit Jahresbeginn fallen deutlich geringer aus als beim Nasdaq 100 mit 30 Prozent.

Allianz wird vorsichtiger

Zum Wochenschluss sind daher gute Nerven gefragt. Aus den USA kommen gemischte Vorgaben: Die US-Börsen holten nach Handelsschluss in Europa einen Großteil der frühen Verluste wieder auf, beendeten den Tag aber im Minus.

Die Berichtssaison sorgt weiter für Gesprächsstoff, im Mittelpunkt steht die Bilanz der Allianz. Ähnlich wie bei der Münchener Rück drückten die Naturkatastrophen in Nordamerika den Gewinn. Auch der Ausblick fällt nicht mehr ganz so optimistisch aus wie noch vor gut drei Monaten. Im Fokus bleibt zudem die Aktie von ProSiebenSat.1, nachdem der Kurs gestern um gut neun Prozent eingebrochen war. Berichten zufolge sucht der Aufsichtsrat einen neuen Vorstandschef. Amtsinhaber Ebeling könnte bereits im kommenden Jahr seinen Posten verlieren.

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